NeuroIntegrale Wildstein

 

Für wen wir da sind

Menschen mit erworbenen Hirnverletzungen, z.B. durch Unfall, Schlaganfall, entzündliche Prozesse, Hirnblutung oder Sauerstoffmangel,

die „vor den Trümmern ihrer Zukunft“ stehen und denen eine individuelle Vorbereitung auf die allgemein-gesellschaftliche Eingliederung (persönlich, sozial, beruflich) nicht oder noch nicht möglich ist. 

Wir bieten 30 Förderplätze für Menschen

  • im Alter von  18 – 60 Jahren
  • für die eine nachklinische NeuroRehabilitation nicht mehr in Frage kommt, die aber noch Entwicklungspotenzial haben und Förderung suchen
  • denen die Rückkehr nach Hause, auch mit ambulanter Unterstützung, noch nicht gelungen ist
  • die (noch) auf ständige Unterstützung und Begleitung im Alltag angewiesen sind, die (noch) nicht durch eine ambulante Begleitung oder das familiäre Umfeld geleistet werden kann
  • mit der Prognose, dass nach drei bis fünf Jahren Maßnahmedauer eine selbständigere Wohnform sowie mindestens eine Tätigkeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Betracht kommt

 

Ausschlusskriterien sind:

  • Primär seelische oder geistige Behinderung oder Suchterkrankung
  • Vorrangiger Pflegebedarf oder dauerhaft medizinischer Versorgungs- und Überwachungsbedarf, akute Suizidgefährdung

 

Die NeuroIntegrale Wildstein (NIW)

Stationäre Langzeitförderung: Das Trainingshaus für eine größtmögliche, selbstbestimmte Mitwirkung und Teilhabe am täglichen Leben

Nach Abschluss der medizinischen Rehabilitation und gegenbenenfalls einer nachklinischen NeuroRehabilitation ist bei Menschen mit einer Hirnverletzung in der Regel noch eine erhebliche Steigerung ihres Leistungsvermögens möglich.

Voraussetzung hierfür ist eine individuell zugeschnittene Förderung, die sich nicht nur auf den Erhalt des bisher Erreichten, sondern auch auf dessen Stabilisierung und Weiterentwicklung bezieht.

Zielsetzungen der Förderung sind:

  • eine möglichst selbständige Wohnform, mindestens im Rahmen einer ambulanten Betreuung
  • die dauerhafte Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt (mindestens in einer Werkstatt für behinderte Menschen)

In der familiären Lebensumgebung der Fördergruppe wird im überschaubaren, ordnenden, begleitenden und ermutigenden Rahmen der Therapeutischen Gemeinschaft von Mitbetroffenen, ein möglichst eigenständiges Alltags- und Arbeitsleben als weiteres Ziel aller rehabilitativen Maßnahmen angestrebt.

Bei allen Maßnahmen steht, zur Erhaltung und Förderung der Selbständigkeit und Kompetenz, das Normalitäts- und Realitätsprinzip im Zentrum. An erhaltene und geprägte Gewohnheiten und Fertigkeiten wird angeknüpft. Ressourcen werden reaktiviert, die im Laufe des Lebens erworben und noch ansprechbar und erreichbar sind. Es geht um die optimale individuelle Förderung, ohne Über- oder Unterforderung.

 

Leistungen

Stationäre, integrative Förderung, befristet auf drei Jahre. Eine Verlängerung der Förderung auf fünf Jahre ist in begründbaren Fällen möglich.

Im fachlichen Rahmen der Neuro-Therapeutischen Gemeinschaft sind wir tätig auf der Basis der „Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit“ (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur ganzheitlichen Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren einer Person.

 Den Unterstützungsbedarf in der individuellen Lebensgestaltung ermitteln wir nach dem Gesamtplanverfahren der bayerischen Bezirke für Menschen mit einer körperlichen Behinderung auf der Grundlage des „Hilfebedarf in der individuellen Lebensgestaltung (Wohnen)“ (HMB-W Verfahren)

Weitere Leistungen sind:

  • Stabilisierung des bisher im Rehabilitationsprozess Erreichten
  • Weitere individuelle Förderung in relevanten Bereichen der Selbstorga-     nisation (Selbstversorgung und Wohnen, Arbeit etc.)
  • Erarbeitung des optimalen Maßes an Assistenz, Begleitung und Unter-   stützung, ohne Selbstüberforderung
  • Mitwirkung und Mitbestimmung des  Betroffenen und seiner Bezugspersonen, beziehungsweise gesetzlichen Betreuern bei Zielvereinbarungen und Förderplangestaltung
  • Darstellung der Förderplanung in einem individuellen Tagesplan
  • Dauerhafte Begleitung durch eine Bezugsperson
  • Angehörigenarbeit
  • Einzelzimmer mit Bad und Balkon in familiärer, lebensfreundlicher, therapeutisch begleiteter Wohngruppe mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten.
  • ruhige, zentrale Lage im Badeteil von Bad Tölz. Umgeben von einem lebendigen Umfeld mit sehr guter Infrastruktur und hohem Kultur- und Freizeitwert.

Das interdisziplinäre Team

  • fördert und unterstützt bedarfsgerecht und verknüpft sich, wenn notwendig kooperativ mit fachärztlichen und fachtherapeutischen Praxen, Fachkliniken und  Arbeitsstellen  
  • fördert und unterstützt die Entwicklung eines heilsamen Miteinanders in den einzelnen Förder- und Wohngruppen, damit sich der einzelne Rehabilitand sicher und geborgen fühlt und gleichzeitig seine persönliche Weiterentwicklung herausgefordert und gefördert wird. 

Die Aufgaben einer gesetzlichen Betreuung bleiben von den Leistungen der  NeuroIntegrale Wildstein unberührt. 

 

Angebote

Die NeuroIntegrale Wildstein (NIW) bietet eine Vielzahl von Angeboten der Förderung, wie zum Beispiel

Tagesstruktur und/oder Berufsvorbereitung

Arbeitstherapeutische Förderung in eigenen Fertigungswerkstätten (Keramik-, Metall-, Holz- und Kreativwerkstatt) und im kaufmännischen und logistischen Bereich  (Lernbüro, Bürokommunikation und EDV, kaufmännische Übungsfirma und Lagerhaltung/Logistik). 

JobCoaching – Arbeitsplatzfindung (Bewerbungstraining, Vermittlung von Praktikumsplätzen und Begleitung von Praktika, Kooperation mit Arbeitgebern vor Ort und mit Werkstätten für behinderte Menschen)

Alltagsorientierte Förderung 

Einkaufstraining, Kochtraining, Training zur Organisation persönlicher Angelegenheiten (Behördengänge etc.), Haushaltstraining (Wäsche waschen, Müll trennen, Ordnung halten, Staubsaugen, Reinigen etc.), Selbstversorgungstraining (Frühstück, Abendessen etc.), Umgang mit Geld, Finanzmanagement, Freizeitgestaltung, Gruppen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Medien und Soziales etc.), Gedächtnisgruppen

Basics

pünktliches Aufstehen, Kleidungswechsel, Körperpflege etc.

Gesundheitsförderung und -erhaltung

Vereinbarung von Arzt- und therapeutischen Terminen, Einlösen ärztlicher und therapeutischer Verordnungen, Medikamente stellen, Schulung der körperlichen Wahrnehmung, Fitnesstraining etc.

Orientierung und Verkehr

Stadtplantraining, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel etc.

(Wieder)Erlangung sozialer Kompetenzen

Im Rahmen der Therapeutischen Gemeinschaft wird im Alltag der Wohngruppe und in gemeinsamen Reflexionsrunden zusätzlich die soziale Kompetenz trainiert: Das Austragen von Konflikten, die Steuerung von Nähe und Distanz, die Wahrnehmung und das Verstehen anderer Menschen, das Üben von Toleranz, das Einhalten von Regeln oder die Aufnahme und Gestaltung von sozialen Beziehungen. 

Spezielles Training

Bei Hemiparese: Einüben von Kompensationsstrategien im Alltag

Bei Aphasie: Training der Sprache und des Sprachverständnisses im Alltag

Bei Störungen der Merkfähigkeit: Erarbeiten von Kompensationsstrategien (Gedächtnisbuch etc.)

Wöchentliche Bezugspersonengespräche zur Unterstützung bei persönlichen Problemen

Neuropsychologische Gespräche

 

Kostenträger und Finanzierungsmöglichkeiten

Die Finanzierung ist bei bestehenden Voraussetzungen über Sozialleistungsträger, gesetzliche Unfallversicherungen und andere Versicherer möglich.

Wir beraten Sie gerne in allen Fragen, die eine Aufnahme betreffen und unterstützen Sie, wenn Sie Hilfe benötigen.

Treten Sie mit unserem zuständigen Sozialdienst in Kontakt.